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Sa., 16. Dez.

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Postremise

im Bau

Eine Soloperformance frei nach der Erzählung «Der Bau» von Franz Kafka «Bereit sein – komme was wolle» Regie: Nina Halpern Spiel: Marco Sieber Musik: Luca Sisera Szenografie: Elke Mulders Dramaturgie: Béla Rothenbühler

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Zeit & Ort

16. Dez. 2023, 20:00

Postremise, Engadinstrasse 43, 7000 Chur, Schweiz

Information

Eintritt

CHF 30.- / reduziert CHF 20.- / Kulturlegi CHF 5.-

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im Bau

Eine Soloperformance frei nach der Erzählung «Der Bau» von Franz Kafka

Regie: Nina Halpern

Spiel: Marco Sieber

Musik: Luca Sisera

Szenografie: Elke Mulders

Dramaturgie: Béla Rothenbühler

 Ein Schutzraumverantwortlicher instruiert für den Ernstfall. Er ist ein Profi. Selber überzeugter Prepper mit einer Herzensangelegenheit: So viele Menschen wie möglich von der Notwendigkeit eines niet- und nagelfesten Sicherheitskonzeptes zu überzeugen. Herr und Frau Schweizer sind sich dessen vielleicht gar nicht so bewusst, aber die Sicherheit der Schweizer Bürger:innen ist Bundessache! Kein anderes Land hat mehr Bunkeranlagen als die Schweiz. Mag der Trend in jüngster Zeit eher Richtung Minimalismus gehen, so sind wir im Ernstfall doch alle froh um einen Platz in einem Zivilschutzkeller, einen gut gefüllten Vorratsschrank, reichlich Toilettenpapier und vor allem ein Sicherheitskonzept für den Fall von unwahrscheinlichen Ereignissen. Hat nicht die jüngste Krise gerade den gut vorbereiteten Prepper:innen Recht gegeben, dass solche Ereignisse eben gerade nicht unwahrscheinlich sind? Und sind alle anderen nicht schlicht und einfach naiv? Unser Prepper ist auf jeden Fall überzeugt, dass ein guter Schutzraum eine absolute Notwendigkeit darstellt. Dass er uns in seinem Vortrag die Türen zu seinem unterirdischen Bunker öffnet, birgt kein geringes Risiko, gewährt er uns damit doch Zugang zu seinem Schutzort und lässt uns tief in sein Innenleben blicken. Je tiefer wir darin eindringen, desto verworrener werden auch seine Gedankengänge, auf die er uns mitnimmt und die labyrinthartige Anlage erzeugt zunehmende Paranoia. Das Spiel um Sicherheit und stetiges Misstrauen gegenüber allen anderen — und nicht zuletzt sich selbst — nimmt seinen Lauf.

Als metaphorisches Textmaterial dient uns die Erzählung «Der Bau» von Franz Kafka aus dem Jahr 1923. Die Erzählung schildert den vergeblichen Kampf eines Tieres um die Perfektionierung seines riesigen Erdbaus zum Schutz vor Feinden. Der Monolog, gespielt von Marco Sieber, wird musikalisch von Luca Sisera begleitet. Der Kontrabass passt als Tieftöner sinnbildlich bestens in einen Bunker. Die Musik wird ruhige und hektische Elemente in sich tragen. Ganz wie die Prepper:innen, die in ständigem ängstlichen Misstrauen leben und sich gleichzeitig durch das Horten in absoluter Sicherheit wähnen.

«…Da sitzt jede Pause und jede kleine Geste auf der Bühne wird akustisch eingesetzt.…» «…Überzeugend an dieser Inszenierung ist vor allem, dass die langen Textmonologe des Soloperformers als Dialog mit dem Spiel von Luca Sisera am Bass daherkommen.…»

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